Auf zu neuen Ufern!

Die Bestätigung der Werft auf Lefkas ist am Vormittag im Mailaccount gelandet!
Großartig! Unglaublich! Jetzt brauchen wir nur noch die Bestätigung von der hiesigen Polizei!
Das geruhsame Samstag-Früh-Feeling“ geht über in freudig-erregte „Bald-geht´s-los-Aktivität!

Ob der Port Police ein Telefonat genügen wird? Wir sind in Vathy, im Norden heroben, und segeltechnisch wäre es ideal, wenn wir gleich von hier aus in den Westen starten! Die Fahrt in den Hafen würde uns ein paar Stunden guten Segelwind kosten.

Als der richtige Beamte, der mit ausreichend Englisch-Kenntnissen und gleichzeitig der, der mich in einem Mini-Market umwerfend höflich um Einhaltung der Maskenpflicht ersucht hat, am Ohr ist, meint dieser:
„You want to leave? You are one of the sailing boats, being here the last months….! You have the permission from the boatyard? Well – you can go!“

Telefonischer Freibrief! Einfach so! Das ist Leben von bzw. mit Bürokratie, wie man es sich besser nicht vorstellen könnte!

Los geht´s! Das Innenleben von Vitamine aufklaren, Vitaminchen auf´s Vor-Deck hieven und gut festzurren, noch ein letzter Check innen und außen auf Segeltauglichkeit. Und am frühen Nachmittag ist es soweit:

Anker hoch! Bye, Bucht Vathy! Bye, Astypalea!
Auch wenn wir manchmal unzufrieden waren und ungeduldig in den Startlöchern zur Weiterreise gescharrt haben: Es war eine wunderbare Zeit und wir haben wunderbare Menschen kennengelernt! Gerade in Covid-Zeiten träumen andernorts wohl Unzählige von so viel „Normalität“! Die letzten Monate haben wir die Insel liebgewonnen, ein Gefühl von „Heimat“ kam auf – sich auf gewohnten Wegen, in vertrautem Umfeld zu bewegen hat ja auch Vorteile!. Und wenn Bekanntschaften Zeit haben, sich zu entwickeln, bekommen sie eine ganz andere, tiefere Qualität!

Und vieles hat sich in unserem Geist geformt und weiterentwickelt – es passiert nichts ohne Grund! Diese „Auszeit“ auf Astypalea war wichtig und richtig für uns, war wichtig und richtig für unser „on-tour“-Setting.

Sobald Vitamine in der Einfahrt ihre Nase in den Wind streckt, ist´s vorbei mit Gemütlichkeit!

Stürmische 7 Beaufort empfangen uns, glücklicherweise hat der Käptn damit gerechnet und wir haben nur wenig Tuch gesetzt. Ein Taschentuch an Tuch, sozusagen. Gerade richtig. Es tut gut, „unterwegs“ zu sein! Ein paar Stunden freuen sich Meer, Wind + Welle mit uns, spiegeln das Gefühl des „Losgelassen-Seins“ in uns wieder und bescheren uns einen wunderschön-bewegten und bewegenden Abgang – eine perfekte Verabschiedung! Wie schon oft sagen wir Danke an Meeresgott Poseidon und all seinen Helferinnen und Helfern!

Gegen Abend wird es ruhig, wir vergrößern die Segelfläche auf mehrere Etappen – so ganz trauen wir Wind & Welle noch nicht, dass sie tatsächlich schon schlafen gegangen sind.
Vor Vitamine´s Bug liegt die Südspitze von Santorin und das prächtige Farbenspiel des Sonnenuntergangs.

Fotooooo – Sonnenuntergang bei Santorin, vor Vitamine´s Bug

Die geruhsamen und  gleichbleibenden ca. 15 Knoten Wind und der prächtige Sternenhimmel versprechen eine genußreiche Nachtfahrt!