Mallorca „kunterbunt“ (… in Arbeit… )

Hafentage im kleinen, gemütlichen Port de Pollenca im NO-Eck von Mallorca.
Jetzt ist es wohl bald soweit, dass „die Gehsteige hochgeklappt“ werden, dass die Mallorquiner unter sich sind, dass die Touri-Lebensmittel (á lá „Bockwurst“) aus den Regalen verschwinden und Produkte nach dem Geschmack der Einheimischen eingeräumt werden.

Der Himmel ist großteils grau, bedeckt von unterschiedlichst gefärbten Wolkenfeldern, die über den Himmel zu rasen scheinen. Von schneeweiß über beige bis dunkelgrau ist alles dabei – die letzgenannten öffnen auch immer wieder mal ihre Schleusen. Der Wind bläst kräftig und beständig und bringt die Kälte aus dem Norden. Die Sonne hat ihre Spielwiese in anderen Gefilden – sie schaut nur hin und wieder vorbei, und dann nur kurz.
Yeah – wir haben das typische Winterwetter auf Mallorca!

Wir verlassen VITAMINE nur selten und dann nur kurz.
Sepp ist – wie üblich – den ganzen Tag im Boat-Office, am Abend auch mal an VITAMINE bastelnd.
Zeit, um Vitamine wieder einmal mit dem bordeigenen Schlauch und dem hafeneigenen Süßwasser vom Salzwasser & Co zu befreien, Wäsche zu waschen, Zeit für Allfälliges: Rigg-Check, Aqua-Filter montieren , Kutterstag-Überlegungen, und die wieder einmal der streikenden Bilge-Pumpe Aufmerksamkeit zu geben.
Die durchgehende Aufenthaltsdauer ist im Hafen von Pollenca auf 3 Tage beschränkt – da wir „Bilge-Pumpen-Reparaturarbeiten“ durchzuführen haben und evtl Ersatzteile besorgen müssen, dürfen wir länger bleiben.

fotoooooooooo (siehe fotos)

Am Wochenende verbessert sich die Wetterlage, es wird zumindest „wechselhaft“.
Ein fahrbarer Untersatz, diesmal und erstmalig im Vorfeld reserviert – bringt uns zum „Cap Formentor“ im NO – dem nördlichsten Eck Mallorcas.
Es ist tatsächlich eine malerisch-romantisch-naturbelassene Halbinsel mit schönen Aussichtspunkten und tollen Wandermöglichkeiten und immer wieder viiiiiel Meerblick.
Auch viele andere hatten den gleichen Gedanken wie wir – keine Chance auf Einsamkeit., auf Wildnis-Feeling. Wir sind aber glücklicherweise früh genug dran, so dass die Masse der Naturhungrigen erst kommt, als wir bereits wieder fahren – und zur Freude zumindest eines Autolenkers einen Parkplatz freimachen.

Fotoooos cap formentor

Auch die „Cuevas del Drach“ (die Drachenhöhlen), die größten und für Besucher am besten aufbereiteten Höhlen Mallorcas, sind einen Besuch wert!
Die im wahrsten Sinne des Wortes unzähligen Tropfsteine, sowohl in vielfältigsten Formen und Größen als auch in Form von Stalaktiten-Armeen – Haaaabt acht! Stillgestanden! -, die teilweise in den unterirdischen Seen und Wasserflächen reflektiert werden, werden durch verschiedene Beleuchtungsabfolgen gekonnt in Szene gesetzt.
Die Live-Musik-Darbietung, bei der Klavier, Geige und die darauf spielenden Virtuosen auf beleuchteter Gondel in der verdunkelten Höhle stilvoll-majestätisch über die ruhige Wasseroberfläche getragen werden und am Betrachter vorbeiziehen, bildet den krönenden Abschluss.
(Während dieser Schluss-Vorführung herrscht Fotografie-Verbot – ein Blitzlichtgewitter würde wohl tatsächlich die Schönheit und Brillanz des Augenblicks sehr in Mitleidenschaft ziehen)

fotoooooos cuevas del drach

Das adrette Städtchen „Pollenca“ liegt etwa 20 Kilometer im Landesinneren und von Port de Pollenca entfernt..
Die großzügig angelegte Freitreppe „Carrer del Calvari“ führt über 365 Stufen vom Ortszentrum hinauf auf den Kalvarienberg mit der Kapelle „Eglesia del Calvari“. Der obere Treppenabschnitt wird von Zypressen gesäumf.
Auch auf Pollencas Strassen finden sich moderne Skulpturen und nette kleine Restaurants

Fotooos – pollenca, freitreppe, restaurant…

Weiter geht´s mit religiösem Spirit: Der Kinderchor des Wallfahrtsortes „Santuari de Lluc“ hat seine Aufführung perfekt mit usnerem Eintreffen getimt. Sehr aufmerksam!
Der weiträumig angelegte Hof mit Figuren in untersschiedlichsten Stilen, der großzügig angelegte, auch in den Hang gebaute Gartenbereich lädt zum Lustwandeln ein, mit und ohne „Silencio“ und auch die Ausstellung von ????? bietet viele Objekte des Staunens!

Fotoooos Santuari de Lluc

An der SW-Küste befindet sich noch ein weiteres Highlight, vielleicht DAS Highlight der Insel, absolut subjektiv betrachtet, denn dieser Ort weckt in uns ganz besondere Erinnerungen: Auf unserer Überstellungsfahrt 2018 war Palma de Mallorca unser Zielhafen. Wir hatten noch etwas Zeit, so hat der Käpt´n aufgrund einer Abbildung in einem alten Segelführer beschlossen, in der Bucht „Sa Calobra“ noch einen Zwischenstopp einzulegen. Das Foto der Felsöffnung, vom Ankerplatz aus ins Landesinnere fotografiert, hat Interesse geweckt. So kamen wir damals am späten Nachmittag an und sind am näcshten Tag in der Morgendämmerung mit dem Dinghi zum Kieselstrand gefahren …. und als sich die Landschaft hinter dem Felstor uns öffnete, waren wir fasziniert! Ein weites Tal mit einem m äanderförmigen kleinen Bach, der sich immer wieder zu kleinen Seen ausbuchtet, hohe Schilfgebiete… feiner Kiesel unter den Füssen…. und das Ganze umrahmt von schroffen, gut bewachsenen Felswänden, die in der Tiefe des Tals immer näher zusammenrücken ….

Hinter diesem an sich beeindruckenden Felsentor versteckt sich nicht nur ein kleiner Strandbereich – und aus – sondern eine weiträumige Idylle!
Wenn wir Erwartungen gehabt hätten, wären sie bei Weitem übertroffen worden.
So überraschend, so faszinierend, so schöööööön!

In dieser „Tiefebene“ der Bucht Sa Calobra ist der Wildbach“Torrent de Pareis“, bereits gezähmt – hier mündet er in´s Meer – wie zauber-haft!

Heute kommen wir auf dem Landweg, der serpentinenreiche Bergpass mit über 800 Hohenmetern ist eine Attraktion für sich!

Fotooos – torrent de pareis

Als Kontrastprogramm steht noch ein von Mensch angelegtes „Stück Natur“: Der „Botanicactus“ im Südosten! Die stacheligen Gesellen im Eingangsbereich begrüßen uns und lassen erahnen, welche Schönheiten sich im Inneren verbergen – diese bleiben uns allerdings tatsächlich verborgen – die Tore sind geschlossen – die Kakteen sind in Winterruhe. Der Käpt´n schließt sich an.

Fotooos – Botanicactus

Frisch erholt wartet bereits das nächste Ziel: Der „Jungle Park“ Im Südwesten von Mallorca! Die Beschreibung klingt guuuut: „Weitläufiger Abenteuerpark mit Seilrutschen, Hochseilgarten & Hindernissen in den Wipfeln eines Kiefernwaldes.“
Aber … hm…. Mr. google vermeldet auch: „schließt in 30 Minuten“. Okay. Da brauchen wir heute nicht mehr hin.
Als Ersatzprogramm bietet sich ein Ramschladen für Bootsbesitzer in Palma an – man hat das Gefühl, es gibt hier nichts, was es nicht gibt! Ein Abenteuer der anderen Art – für große Jungs!

Fotoooo Boots-Ramsch-Laden