Für dieses Wochenende in unserer idyllischen Bucht in Chacachacare steht das Programm bereits fest:
Einbau unserer neuen LiFePo-Batterien!
Ja! Diesmal haben wir viel Arbeit mitgebracht!
Schwierige, herausfordernde, aber auch höchst erfreuliche:
Endlich – nach wochenlanger Odysee – sind sie glücklich an Bord gelandet, unsere Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4), unsere wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus!
Beim Transport aus den USA nach Trinidad gab es einige Hinkelsteine – diese Herausforderung hat unsere liebe „Noah“ für uns bewältigt 👏)


Jo! Jetzt haben wir Sie!
Unsere 2x300Ampere / 24 Volt-Energiebringer, bestehend aus 16 Blöcken 300Ah á 3,2 Volt!
Der Austausch und das In-Gang-Bringen wird noch spannend …..
Sepp´s Kopf raucht bereits … der Fehlerquellen gibt es viele – aber solche sind auf dieser Spielwiese nicht erlaubt, denn …. Plan B gibt es KEINEN !
Zusammenschließen, verkabeln, integrieren, in Gang bringen …..
wird sich Theorie + Praxis decken?
Let´s try ….
Tatort Werkstatt:
(1)
alle 8 Zellen pro Batterie müssen die gleiche Spannung haben.
Und zwar exakt die gleiche – bis zur 2. Nachkommastelle genau (ein größeres Maß an Genauigkeit hat unser Messgerät nicht zu bieten)
Die erste Messung zeigt: Sie wurden mit 3,25 Volt pro Zelle geliefert – und das in allen Batterien. Wie fein!
(2)
Das In-Serie-Schalten der ersten Reihe, der ersten 8 Batterien, beginnt: plus auf minus, minus auf plus, plus auf minus …..
(3)
Batterie-Management-System anschließen, alle Kontakte krimpen, alle Stecker montieren: einen auf den Minus-Pol, einen auf den jeweiligen Plus-Pol
(4)
Dasselbe mit dem Balancer (dessen Aufgabe: die Spannungen aller Zellen in einer Batterie auf demselben Level halten)
(5)
Mehrfach alle Kontakte nachmessen, auf Spannung und Polarität überprüfen.
(6)
Nebenschauplatz: Ein Blick bzw. Griff in den Sicherungskasten – alles in Ordnung !?
(7)
Es geht los: mit einem 220-Volt-auf-24-Volt-Batterie-Ladegerät beginnen, die Batterien zu laden.
(8)
die ersten Messergebnisse ablesen.
*Trommelwirbel*
Es funktioniert!
🥳💪🥳




Tatort Heckkabine:
(1)
Alte Batterien abschließen und ausbauen, erste Reihe der neuen Batterien einbauen (sie stehen in der Werkstatt habt-acht!)
(2)
Alle Kontakte krimpen, alle Stecker montieren
(3)
Polarität und Spannung jeder einzelnen Zelle prüfen
(4)
Nachmessen von jedem Kontakt mit dem Meßgerät
(5)
Nach Sicherheitscheck und erneutem Nachmessen aller Kontakte:
(6)
Hauptschalter ein!
…. Die Spannung steigt ….
*Trommelwirbel*
Es wird hell!
🥳💡🥳




Das gleiche nochmal!
Die 2. Reihe an 8 Batterien wartet …..
*🎶… und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt …. 🎵“
Mit dem Wissen, dass es einmal bereits funktioniert hat, ist es das 2. Mal (fast) ein Kinderspiel
–> ran an den Speck!
(1)
alle Kontakte krimpen, alle Stecker montieren.
(2)
Erneute Prüfung der Polarität, erneute Prüfung jeder einzelnen Zelle der Spannung auf 3,25 Volt
(3)
Anschluß an das BMS.
Oh nein – Oh Schreck!
Im BMS hat eine Zelle über 4 Volt – die andere unter 2 Volt – das darf so nicht sein!
Eine gute 1/2 h später …. –> Fehler gefunden !
Ein Kabel hatte keinen ausreichenden Kontakt zum Kabelschuh (trotz neuer Stecker, guter Krimpzange + mehrfacher Überprüfung.).
Dadurch kam es zur Messdifferenz
–> nachgekrimpt –> Fehler behoben –> Halleluja !
Anschließend noch Batterie-Reihe 1 (mit mehr Spannung als Batterie-Reihe 2) über den 24-Volt-auf-220V-Inverter das 220 Volt-Ladegerät anschließen, um die 2. Batterie-Reihe zu laden.
–> Batterien parallel schalten und fertig verkabeln.

Ca. 13 Arbeitsstunden
+ eine große Packung Toblerone später:
Die Batterien sind getauscht, montiert, verstaut UND funktionsfähig!
= Wochenend-Mission erfolgreich abgeschlossen !!!
🥳🥳🥳
Unglaublich, welche Fähigkeiten + Talente sich in meinem Käpt´n vereinen!
Das denke ich mir ja schon lange … und immer wieder … und auch und wieder ganz speziell bei dieser Mission …. ! Absolut bewundernswert!
Dieser alte Bundesheer-Spruch wurde wohl auf ihn maßgeschneidert:
„Der Pepi mit´n Moped….
glernt hat er nix.
Kennan tuat er ois.
Für nix is er zum brauchn.
Für ois is er zum nemman.“

Wir haben nun Batterien, die eine nutzbare Energie von 12 kWh speichern bzw. liefern können!
Wir produzieren in Trinidad pro Tag zwischen 3 und 4 kW.
Wir verbrauchen pro Tag ca. 3,5 kW (produziert von unseren 4 Photovoltaik-Paneelen).
Somit halten wir 3 Regentage locker durch! 😁
Happy End auch für die alten Batterien:
Sie haben noch eine Leistung von 30 Prozent und haben
– gleich vom Pier weg – einen glücklichen neuen Besitzer gefunden: einen der Werftarbeiter!



