Es ist stürmisch. 🌬🌬🌬
Der Wellengang ist beachtlich.
Wir bleiben vor Anker, hier in der NO-Bucht von Lyö.
Und wir bleiben auch brav an Bord – Ankerwache.
„Thor“, der germanische Wettergott, spielt gerade ein bisschen – mal sehen, was ihm noch so einfällt.
Ein geruhsamer Tag – bis ein neben uns ankernder Segler an die Bordwand von Vitamine klopft: er braucht Hilfe bei seinen LiFePo-Batterien.
Aus „geruhsam“ wird plötzlich „actionreich“!
Sepp macht sich natürlich sofort auf den Weg. Er packt Material in den wassserfesten Rucksack, unser Dinghi „Vitaminchen“ wird zu Wasser gelassen und unser braver, frisch gewarteter Dinghi-Motor „Paulchen“ bringt ihn sicher hinüber ……

Die Zeit vergeht …. ich arbeite im Bauch von Vitamine geruhsam vor mich hin.
Das Telefon klingelt.
Inga, (der weibliche Teil unseres Buddy-Bootes „Queen Emma“, das in der Nähe von uns ankert) ist dran und meint:
„Du – sag mal – Dein Mann rudert ….. !? … schaut ein bißchen verzweifelt aus … was meinst Du?“
Uuuuups? Mein Käpt´n in See-Dinghy-Not?
Ich stürze nach oben, in´s Cockpit – und – tatsächlich:
Sepp rudert ⁉⁉⁉ Gegen Wind + Welle ‼
Na bum. 🙀
Mir ist in der Sekunde klar – das tut er nicht freiwillig. Schon gar nicht unter diesen Bedingungen.
Was kann ich tun?
Ich richte einen Fender an einer langen Leine – damit ich diesen in´s Wasser werfen oder sogar ihm zuwerfen kann, wenn er nah genug ist und beobachte weiter.
Sepp´s Ruder-Bewegungen sind ruhig, er schaut ebenfalls ruhig über die Schulter, Richtung Vitamine, um seine Richtung zu kontrollieren.
Sein Streß-Level hält sich in Grenzen.
Gott sei Dank.
Langsam, seeeehr langsam, wird der Abstand zwischen Sepp im „Vitaminchen“ + Mutterschiff „Vitamine“ kleiner.
Glücklich und durchgeschwitzt wieder bei „Vitamine“ angedockt (ohne Fender-Hilfe)
nimmt er zuallererst ein erfrischendes Bad in der Ostsee (um die 18 Grad 😎)
und als nächstes eine herzhafte Mahlzeit zu sich …..
🙌 Happy end 🚣♀🥳

Anekdote am Rande:
Der Käpt´n der dunkelblauen Schönheit kennt uns aus unserem letzten Hafen in den Niederlanden, aus Delfzijl, in dem er Vertretungs-Dienst versehen hat.
Nachdem „hier heroben“, in der Nord- und Ostsee, eine HR fast so häufig anzutreffen ist wie Sand am Meer (schließlich ist sie eine gebürtige Schwedin und für dieses Revier gebaut), werden wir wohl mit unserem hübschen gelben Outfit einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Dieses hat nämlich – nicht nur hier, sondern überall, wo wir uns bis jetzt herumgetrieben haben – absoluten Seltenheitswert!



