Karibik/Trinidad: Umzug – Klappe, die 2.

Sie ist zwar noch keine „echte“ Österreicherin, unsere neue Lady (Behördenmühlen mahlen nunmal langsam) – aber ….
die Flagge darf schonmal wehen….

Die Tage vergehen rasant schnell – mit Ausräumen, Einräumen, einen neuen Platz für unser Hab + Gut suchen, Verstauen, Aussortieren, Umräumen.
So manches nettes „Nice to have“ kommt z.B. aus den Tiefen der Küchenladen von VitaminB zum Vorschein, die Zusammenführung der Gewürzbestände der beiden „Boots-Halte“ sind nur ein kleiner Aspekt dieser Fusionierung….

Unser Schwerwettergewand findet unter dem großen Baldachin am Vorschiff den perfekten Platz, um mal anständig an frischer Luft abzuhängen.
Ganz VitaminB ähnelt einem Zigeunerlager. Passt ja auch. Schließlich sind wir „Vagabunden auf See“. Sepp sieht dies etwas unentspannter – aber er schafft es gut, sich mit dieser „Sauhaufen-Phase“ zu arrangieren.

Es gibt ja auch ausreichend viele Ablenkungsmanöver:
Karl, der Generator, hat bereits viel Zuwendungszeit bekommen. Bereits mit Jack haben die 2 Mannen Stunde um Stunde damit verbracht, ihn zu umhegen und zu pflegen. Aber trotzdem – er läuft net rund, der Koarl.
Immerhin hat er es geschafft, als erstes schiffsinternes Crew-Mitglied einen Namen zu bekommen, unser Koarl.
Nach wie vor tuckert er zwar, aber mit Auf- und Ab´s und nach ein paar Minuten verabschiedet er sich wieder.

Ein anderes Ablenkungsmanöver stellt die Klimaanlage dar. Sie tut gar nix.
Ein vergleichsweise kleines Projekt sind die Reifen für´s Dinghi (um es leichter an Land ziehen zu können), die ebenfalls Zuwendung brauchen.
Und so heiter und so weiter.

Stunden später ist unser Karl + auch der Käpt´n glücklich!
Karl läuft wie am Schnürchen! Er schnurrt wie ein Kätzchen! Wie schön, das zu hören!
Nach dem Tausch aller Dieselleitungen – die teilweise so porös waren, dass es höchst erstaunlich dünkt, dass nur Luft hinein und kein Diesel herausgekommen ist – ist er glücklich und zufrieden …. und schnurrt…. !

Na dann – fröhlich geht es weiter:
Eine Ersatz-Wasserpumpe ist eingebaut, da die Welle beim Simmering eingelaufen ist, und auf die neuen Ersatzteile wird gewartet. Auch ein Kugellager von der Wasserpumpe ist zum tauschen.

Nebenbei noch VitamineA aufbereiten.
Abdou, der Maler aus Senegal, der vor Jahrzehnten in die Karibik kam, verhübscht das Holz im Bereich des Niedergangs.
Und Chris, der Rigger, fertigt 2 neue vordere Unterwanten an – auf der rechten Seite sind etliche Litzen gebrochen! Ups!
Die neuen bekommen bewegliche Wantenspanner – auf das dies nicht so schnell wieder passiere – und dann haben auch alle Wanten Wantenspanner-Gleichstand.

Die Wasserpumpenzuleitung tropft seit Wochen und schreit ebenfalls nach Zuwendung.
Und noch so ein paar kleine Projekte ….. noch erwähnt sei der Watermaker. Dessen Motor ist auch so ein Dauerbrenner-Projekt. Jack hat schon sein möglichstes probiert, zu einem neuen zu kommen, leider erfolglos. Nächste Woche wird der Watermaker-Händler vor Ort mal vorbeischauen – vielleicht gibt es eine andere, einfache Lösung.

Liest sich das jetzt so, als ob es viel zu tun gäbe?
Im Vergleich zu anderen Booten bzw. den Erzählungen + Berichten anderer Segler ist es verschwindend wenig!
Jack hat sich 20 Jahre lang sehr bemüht, seine Barbara Ann gut in Schuß zu halten, er hat sie gehegt und gepflegt. Das sieht man nicht nur auf den ersten Blick, sondern auch, wenn man sich die Eingeweide genauer anschaut.
Unsere VitaminB ist gut im Schuß! Jack kann stolz darauf sein!
Dass Dinge anfallen – ja – das ist so. Wie bei einem Haus oder einem Auto.