Unsere erste Anlaufstelle im Amazonasgebiet!
Wir beginnen jetzt und hier, im SO der Insel Marajó, den Mythos Amazonas zu erleben, den Pulsschlag dieses legendären Flusses und seiner Bewohner zu spüren!
Die Verwirklichung eines Traumes!
Wie spannend!
Die Stadt Soure – eine typisch brasilianisch-ländliche Stadt?
Bunte Hüttchen mit Fensterlöchern ohne Glas, die sich, dicht aneinandergereiht, gegenseitig Halt zu geben scheinen.
Farbenfrohe Straßenstände und Geschäfte, die jetzt, Anfang November, bereits ihre Erwartungshaltung bezüglich Weihnachten auf deren Kundschaften projizieren.
Die Palette an Bauwerken reicht von Supermärkten mit bestens gefüllten Regalen, krass im Gegensatz stehend zu den Bruchbuden, die farb- und seelenlos gleich nebenan auf´s Zusammenstürzen warten.
25.000 Einwohner – hilfe!
Und das nach unserem ruhigen, entspannten Dünen-Paradies!
Dazwischen vereinzelt keck-moderne Bauten, die aus einer Einkaufsstraßen-Werbung von Amerika oder Europa gerissen und hier wieder abgestellt worden sein könnten.
Wie von einem anderen Stern. Incl. der Kleidung, die darin angeboten wird. Zur Umgebung passt ieinzig und allein der mittelgroße hellbraune Straßenhund, der auf den Fliesen dieses anderen Sterns seine Siesta hält.
Um adrettes und ordentliches Aussehen bemühte Bäckereien, Imbiss-Stände und Apotheken (in denen es das Medikament, das wir für liebe Segelkollegen besorgen, billig und ohne Rezept gibt) sind neben Werkstätten, in denen auf wahre Handarbeit gesetzt wird – ohne Schutzvorkehrungen nach EU-Standard – angesiedelt und vervollkommnen die bunt-graue Vielfalt.





















Das Straßenbild ist geprägt von 2-rädrigen Fortbewegungsmitteln. Mopeds und Motorräder in allen Facetten werden von Mann + Frau + Kind bewegt, dazwischen Fahrräder und schubkarrenähnliche, von Hand bewegte Wägelchen.
Teils sind die Wege asphaltiert, teils sogar mit Gehsteig, teils spielt sich der Bewegungsraum der rund 1/4-Million an Bewohnern auf gut verfestigten Sandwegen ab.
Transportiert wird auf Moped….. naja …. VIELES!
Zum Beispiel nach dem Motto: „Wer sein Fahrrad liebt, der lässt es führen!“
Ob das gleiche auch für den lebenden Hahn gilt?
Personenbeschränkungen pro Fahrzeug, Mindestalter oder gar Sturzhelmpflicht – das gibt es vielleicht „woanders“ – hier nicht.
Das vielfältige Mopedaufkommen wird uns wohl langfristig in Verbindung mit Soure in Erinnerung bleiben!
Des Nächtens wird von so manchem Verkehrsteilnehmer auf Unsichtbarkeit gesetzt –
Licht ist entweder gar nicht vorhanden oder wird nicht eingesetzt.
Aber Müllabfuhr! Die gibt es!
Und – ganz vereinzelt – glänzende, unverletzte Autos!

















Ein Gebäude sticht richtiggehend in´s Auge:
die Igreja catedral N. Sra. da Consolação!
Die katholischen Kirche von Soure!
Ca. 60 % der Bevölkerung Basilien´s sind Katholiken. Der Katholizismus ist auch die „traditionelle“ Religion. Zumindest wurde er während der Kolonialzeit von Jesuitenmissionaren eingeführt. Seit einigen Jahrzehnten wächst der Evangelikalismus – die Machtverhältnisse könnten sich in weiteren 10 Jahren ihm zugunsten verändern.





Wow!
So viele Eindrücke in ein paar Stunden!
Reizüberflutung!
Wir ziehen uns wieder zurück – zu Tier und Natur ….
…. Große Mangobäume, deren Früchte schon fast reif sind, und Kalebassen, die direkt am Baumstamm wachsen.
Pferde im Hinterhof und Katzen-Siesta unter Tischen.
Soure ist bekannt für seine wildlebenden Büffel!
Nichts wie hin! – So der erste Gedanke.
Als ich dann ein Foto gesehen hatte, auf der eine Touristin auf so einem wildlebenden Büffel reitet, der mit Strick an Nasenring gehalten wird, ist mein Interesse in diesem Moment gegen minus Null gesunken.
Eine Umarmung der büffel-lebens-großen Statue ist genug!





Und schon blicken wir wieder auf Wasser und auf bunte, überdachte Holzboote, die Fährdienste leisten bzw. deren Kollegen, die im Fischerei-Einsatz stehen – ein hartes Arbeitsleben!
Unser blaues Vitaminchen, das aufblasbare Schlauch-Kanu, mittendrin.
Dünkt auch gerade von einem anderen Stern gefallen zu sein.
Auf einem ungewöhlichen „Parkplatz“ auf dem es – wie gewöhnlich – brav auf uns wartet









Und da draussen wartet Vitamine auf uns.
Wir freuen uns auf „vertraut“ und „wohlfühlig“.
Soure präsentiert sich zwar mit Herz (bei seinem Schriftzug), wir haben auch keinerlei unangenehme Erfahrungen gemacht, aber unser Herz hat Soure nicht erobert.
Zu laut, zu staubig, zu quirlig.
Schön, einmal gesehen zu haben –
aber dieser Gesamteindruck passt so überhaupt nicht zu unseren Vorstellungen von „Amazonas“.
Wir machen uns morgen weiter auf die Suche …. .



