Unsere großen Kollegen strahlen in das Dunkel der beginnenden Nacht und machen zusätzlich „TuuuuT“, um uns auf der schwimmenden Nuss-Schale vor ihnen, auf sich aufmerksam zu machen. Sehr aufmerksam!
Die Lichter von Las Palmas verschwinden langsam hinter uns.
Let´s fetz: Kanaren-Insel-Hopping

Wir stechen in See!
120 Meilen liegen vor uns!
Wir verlassen Arrecife auf Lanzarote (rechts) und gehen weiter in den Westen
next stop: Las Palmas auf Gran Canaria! (in der Mitte der Kanaren)
Lanzarote – die Insel von César Manrique
Wir kommen früher nach Lanzarote als gedacht!
Eigentlich wollten wir eine oder auch 2 Nächte vor der Playa Francesa im SW von La Graciosa verbringen, die schöne Überfahrt nachklingen lassen und den inaktiven Vulkan „Montana Amarilla“ erklimmen, der sich ganz in der Nähe der Bucht verführerisch vulkanisch geformt in die Höhe reckt.
Der nächtliche Stark-Wind aus Südost lässt Vitamine schwer in die Ankerkette fallen und sie ächzen und stöhnen. Wir fühlen mit ihr. An Schlaf ist nicht zu denken.
Kurz nach Mitternacht queren wir die knappe Meile der Meerenge „El Rio“ leicht schräg und das nächste Morgengrauen erleben wir bereits im Norden der Insel Lanzarote. Immer noch windreich und bewegt, aber doch deutlich ruhiger.
Jippieh! Blauwasser!
Wasser, so weit das Auge reicht, Wasser bis zum Horizont.
Ein Horizont, dessen Grau nur schwer zu unterscheiden ist vom uns umgebenden, allumfassenden, allgegenwärtigen Blau.
Der Übergang ist fließend. So wie es auch rund um uns fließt – das Wasser, der Wind, die wenigen Sonnenstrahlen – so fließt auch unsere „Nuss-Schale“ und wir.
Wir 4 Lebewesen, deren Wege sich erstmalig vor wenigen Tagen in Gibraltar gekreuzt haben.
Wir 4 Zwei-Beiner, für die diese 12 x 3,6 Meter (an der jeweils längsten bzw. breitesten Stelle) unserer „Nuss-Schale“ aktuell „die Welt“ (Lebens-Mittelpunkt puncto Fortbewegung, Wunscherfüllung, Ernährung, Schlafen, Sicherheit ….. )bedeutet.
Hin und wieder schaut ein Vogel vorbei, noch seltener sehen wir die Umrisse eines Frachtschiffes in weiter Ferne. Kein Land in Sicht.
Das nächste Land ist unsichtbar – ca. 4000 Meter unter uns.
Wir sind im „Blauwasser“.
Atlantik – wir kommen – und das zu 4.!
2. Versuch: Durch Gibraltar durch, nach links abbiegen, auf den Kanaren aufschlagen ….
„groing“…. sanft aufsetzen …. „groing“ …. zart mit dem Anker Bodenkontakt suchen …
und *smile* …. genießen!
So der Plan!
Und seit ein paar Stunden wissen wir, dass wir nicht zu 2. sondern zu 4. unterwegs sein werden. Ja – tatsächlich. Das stand doch NIE auf unserem Plan?
Unverhofft kommt eben oft:
Auf dem nass-kalten, nahezu menschenleeren Pier von La Linea sind wir 2 Mädls in die Arme gelaufen, die nach einer Mitfahrgelegenheit Ausschau halten und Personen ansprechen, die verdächtig nach „Segler“ aussehen. Nach der gegenseitigen Beschnupperung an Bord und des einmal darüber Schlafens sind alle Beteiligten derselben Meinung:
Wir wollen diese Etappe gemeinsam machen – zu 4. auf Vitamine.
Wer kann da auch schon widerstehen, wenn einem 4 treuherzige und hoffnungsfrohe Augen sooooo lieb ansehen?
Die beiden Boat-Stopperinnen aus deutschen Landen, gerade mal 19 Lenze jung, haben ihr Boot gefunden! Und wir unsere Gibraltarkatzaln!
Zumindest bis auf die Kanaren – die 2 wollen in dieser Saison noch weiter in die Karibik.

