3 Tage und über 500 Land-Kilometer mit dem Mietauto (dem vitaminischsten, das wir bis jetzt hatten: einem knallig-sonnengelben kleinen Schießer) später haben wir das Gefühl, wir kennen auch das hinterste, abgelegenste und versteckteste Fleckchen Erde von Madeira,
Schließlich ist Madeira „nur“ 57 km lang und 22 km breit!
Diese pragmatische Flächen-Angabe gibt allerdings keinen (Warn-) Hinweis darauf, dass die meisten Straßenkilometer aus extrem steilen, extrem kurvenreichen Bergstraßen bestehen – und das nicht nur (fast) bis auf den höchsten Berg Madeiras (und einer der höchsten Portugals), den „Pico Ruivo“ – stolze 1.862 Meter erhebt er sich über den Atlantik.
von den Kanaren nach Madeira
Der Anker rasselt um 2 Uhr in der Früh vor Funchal Richtung Grund.
Das erste Mal berührt er den Boden von Madeira und somit von Portugal! Auch für die Crew von Vitamine ist es „das erste Mal“!
Hinter uns im Kielwasser liegen 331 Meilen und 65 Stunden hart am Wind, das heißt (fast) ebenso viele Meilen und ebenso viele Stunden mit viel Schräglage und das (fast) immer auf der linken Backe!
Das „fast“ bezieht sich auf die Abdeckung von Funchal, in der es keinen Wind, aber unangenehme Kreuzseen gab. Dazupassend zu dieser unruhigen See kommt auch noch ein Squal auf uns zu, eine mächtige, dunkle, regenverheißende Wolke. Incl. Sturmböe.
Der Wettergott hat sich wohl gedacht: nach sooooo vielen Stunden der Gemütlichkeit gönne ich ihnen noch ein bisschen Action! Soll ja nicht fad werden!
Die ganze Strecke davor waren die Segelmanöver überschaubaur!
Segel gesetzt, für gut befunden und Segel wieder eingerollt. Nur einmal hat´s „PENGGGGG“ gemacht und das Groß freute sich über die gewonnene Freiheit.
Das hatten wir doch schonmal? War das nicht im Süden von Teneriffa?
Auch jetzt peitscht das harte, verstärkte Schothorn wie wild über das Vordeck.
„Born to be wild“?
Lobos und Corralejo – Fuerteventura´s Norden
Der Stop von 1 1/2 Tagen in Puerto del Rosario an der Ostküste von Fuerteventura hat gut getan.
Neben vieler anderer Tätigkeiten ist auch das für uns neue Programm „Luckgrip“: nachjustiert: der Käpt´n hat das Polardiagramm angepasst, denn VITAMINE kann die Härte des vorgegebenen Kurses nicht laufen oder wir den entsprechenden Segeltrimm nicht machen oder es scheitert daran, dass unsere Genua nicht den Originalschnitt hat, oder… oder…. oder…. sooo viele Möglichkeiten, sooo viele Varianten!
Die Wetterroutingmodelle mit GFS + ECMWF haben 12 h 15 als bestmöglichen Zeitpunkt der Abfahrt vorgeschlagen … na dann…. Vorschlag angenommen!

Die Ostküste von Fuerte hat´s in sich!
Noch ein Versuch, von Morro Jable im Süd-Osten von Fuerteventura, mit seinem extravaganten Sanddünenhügel, in den Norden zu stechen. Diesmal gelingt es – Morro Jable wird am Heck von VITAMINE kleiner und kleiner…. Nach 5 Stunden sind die 23 Meilen im Kielwasser verschwunden.
Eine normale, gemütliche Durchschnittsgeschwindigkeit für VITAMINE!
Las Palmas – Hafenleben und Aufbruch mit Hindernis
In Las Palmas ist die Seglercommunity groß!
Die wöchentlichen Treffen deutschsprachiger Segler, (organisiert von Lothar, dem „TO-Kümmerer incognito“) in einem Lokal in der Hafenzeile, fördern das gegenseitige Kennenlernen. Hier beschnuppert man sich gegenseitig und beginnt, Seglergarn zu spinnen, sich auszutauschen. Und nach diesem ersten Kennenlernen kommt es oftmals zu intensiverem, persönlicherem Austausch, denn: die Langfahrtsegler-Community ist eine ganz eigene Spezies:

